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Faserverpackungen: Entspricht die Recyclingfähigkeit der PPWR?

23.08.2025 |   Blog
Klebeband

Das Ziel ist klar: Die Recyclingquoten sollen und müssen deutlich steigen. Dies ist neben der Abfallreduzierung eines der zentralen Anliegen der EU-Verpackungsverordnung PPWR, die im Februar 2025 in Kraft getreten ist. Aber sind die von der Europäischen Kommission gesteckten Ziele überhaupt erreichbar? Und was steht ihnen (noch) im Weg? Ein Wegweiser durch den Dschungel an Fragen, durch den derzeit viele in der Verpackungsbranche stolpern.

Konkret wird es eigentlich erst in Anhang II. Ab 2030, so bestimmt es die Packaging and Packaging Waste Regulation PPWR, müssen mindestens 70 Prozent der faserbasierten Verpackungen und Transportverpackungen in der EU recyclingfähig sein. Ab 2038 gelten 80 Prozent. Sind diese Zielvorgaben machbar?

Eine Frage, die wir auf dem Podium der SOLPACK 6.0 (23.–25. September 2025 im Rahmen der Nürnberger FACHPACK) diskutieren wollen: Wie können wir zukünftig mit den Anforderungen der PPWR an die Recyclingfähigkeit von Faserverpackungen umgehen, wenn diese dann ins Recycling kommen? Hier sind ein paar Inputs zu einigen der aktuell wichtigsten Fragen.

Kümmert sich schon jemand um bessere Recyclingfähigkeit von Verpackungen?

Um Verpackungen recyclingfähig und damit wiederverwendbar zu machen, gibt es mehrere Ansätze, die sich über die komplette Lieferkette erstrecken. Dementsprechend kommen Initiativen, die die Industrie darauf vorbereiten wollen, von verschiedenen Seiten.

Zu nennen ist etwa das INGEDE Symposium mit seinem Fokus auf Design for Recycling. Das Symposium diskutiert unter anderem neue Schutzschichten und Barrieren, die zwar funktional sind, aber gleichzeitig das Recycling erschweren oder zu schlechterer Recyclingfaser-Qualität führen können. Auch faserbasierte Verbundverpackungen sind ein zentrales Thema. INGEDE ist außerdem in technischen Ausschüssen und Regulierungs- und Normungs-Organisationen aktiv und arbeitet an der Definition von Industriestandards. Im Rahmen des Symposiums werden auch Projekte wie EnEWA vorgestellt, die den Rückfluss in den Altpapierwertstoffstrom erhöhen sollen.

Das Forum Rezyklat setzt den Hebel unter anderem bei der Datenqualität für PPWR-konformes Reporting an. So hat das Forum etwa ein innovatives neues Datenattribut „Packaging Components“ erarbeitet: Dort tragen Unternehmen ein, aus welchen Komponenten eine Verpackung besteht. Ausgewählt werden diese Komponenten aus einer speziellen Codeliste, die das Forum ab Herbst auf seiner Website bereitstellen wird.

Auch die Hersteller müssen sich nicht verstecken. An neuen Standards arbeitet unter anderem Greiner Packaging gemeinsam mit DIN und Austrian Standards. Gemeinsam gestalten sie Kriterien für Design for Recycling und Sortierprozesse und kommen damit der Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle einen weiteren Schritt entgegen.

“Im Grunde”, so Pacoon-Geschäftsführer Peter Désilets, “ist relativ klar in der PPWR beschrieben, welche Informationen in den Konformitätsreports stehen sollen. Aber entscheidend ist die Frage, welche Form und Detailtiefe diese Reports haben werden”. Dazu würden momentan verschiedene Vorschläge erarbeitet oder wurden schon unterbreitet, um der Branche Klarheit zu geben, worauf sich die Marktteilnehmer einstellen können. “Wichtig ist, dass sich die Reports am Ende möglichst auf einen Standard einigen, um die Erfassung und auch die Kontrolle zu vereinfachen”, fordert Désilets.

Gibt es Vorschläge für Gebühren auf Faserverpackungen?

Ja, solche Vorschläge gibt es natürlich. Der verbreitetste Ansatz ist die Einführung einer gestuften Gebühr, die höhere Grade der Recycelbarkeit mit niedrigeren Gebühren belohnt. Die Eco Fee Modulation ist ein Thema der PPWR, um einen besseren Recycling-Output zu erreichen. Das könnte über absolut definierte Gebühren erfolgen oder über prozentuale Aufschläge. Es gibt auch andere Ansätze, wie man ein solches System gestalten könnte. Denkbar ist etwa eine lineare Degression, aber auch ein Malus-System oder eine Bonus-Malus-Kombination.

Die Stoßrichtung ist klar: einen finanziellen Anreiz zu setzen, damit Verpackungen in der EU höhere Recyclability erreichen. “Spätestens seit dem Verpackungsgesetz in Deutschland ist die Sensibilität für die unterschiedlich gut sortier- und recycelbaren Materialien und die Notwendigkeit eines finanziellen Anreizsystems deutlich gestiegen. Mit dem heutigen Dualen System-Modell ist es finanziell wenig interessant, die Verpackungen deutlich mehr auf Design for Recycling zu trimmen. Das ist im Ausland schon anders, etwa in Frankreich oder auch mit den Gebühren der EU auf nicht recyclingfähige Kunststoffe. Aber das ist teilweise nur ein Tropfen auf den heißen Stein und noch kein wirklicher Anreiz”, so Désilets.

Die Zulassung oder Festlegung solcher Gebühren müsste im Zusammenspiel zwischen dem Gesetzgeber und dem Dualen System erfolgen. Oder wird direkt vom Gesetzgeber veranlasst wie beim EinwegKunststoffFondsGesetz, wo die Gebühren für unterschiedliche Produktkategorien vorgegeben wurden.

Können Länder über die Ziele der neuen Verordnung hinausgehen?

Die unterschiedlichen Grenzwerte, wie sie derzeit in den Mitgliedsstaaten der Union herrschen, sind kein Hindernis. Die Vorgaben der PPWR beziehen sich auf die technische Rezyklierbarkeit der gesamten Verpackung – also auf jenen Anteil, der theoretisch durch Recycling wiedergewonnen werden kann. Staaten wie Deutschland oder Österreich, in denen die Latte höher liegt als die 70 oder 80 Prozent, die in der Richtlinie vorgesehen sind, haben eine konkrete Auslegung der allgemeinen europäischen Zielgröße vorgenommen.

 

Die Werte, die nationale Behörden festlegen, stehen also nicht im Widerspruch zur PPWR, sondern sind eine konkrete technische Umsetzung, mit der jeder EU-Mitgliedsstaat sicherstellt, dass die PPWR-Ziele in der Praxis auch erreicht werden können. Diese Staaten werden ihre Grenzwerte also nicht senken müssen. Ganz im Gegenteil: Nationale Konkretisierungen werden infolge der PPWR EU-weit an Bedeutung gewinnen.

Schadet gemeinsames Sammeln von Verpackungsabfällen der Wiederverwendung?

Aus der Sicht von Papierherstellern sind Mischfraktionen ein enormes Problem. Kommt es durch die Verbraucher:innen zur Entsorgung von Kunststoffen, Metallen und Fasern in einer gemeinsamen Tonne, steht am Ende immer eine geringere Faserqualität und voraussichtlich auch eine niedrigere Sammelquote.

Die Anteile von Papier und Karton müssen in diesem Fall im Sortierprozess mechanisch von den anderen Fraktionen getrennt werden, was die Fasern teilweise degradiert und damit schlechter recycelbar macht. Außerdem kommt es durch die Vermischung zu stärkeren Verschmutzungen. Es ist auch anzunehmen, dass normale Faserverpackungen mit hohem Faseranteil von 80 bis 90 Prozent gar nicht sortiert werden, weil sie von der Menge her unrentabel sind und die Verschmutzungen im ‘Gelben Sack’-Strom die Attraktivität für Papierrecycler stark reduziert.

“Bisher behindert die Gebührenordnung des Dualen Systems in gewissem Umfang auch die Entwicklung nachhaltigerer Faserverpackungen. Die Einordnung als PPK orientiert sich (Paper, Pappe, Karton) an der alten Vorgabe der Papierindustrie mit der 95-5-Regel, also maximal fünf Prozent Fremdstoffanteil an der Verpackung”, sagt Peter Désilets.

Das Ziel dieser vom Verband der europäischen Papierindustrie CEPI wesentlich mitgetragenen Regel war natürlich, dass mit geringerem Fremdstoffanteil der Faseroutput im Recycling höher und besser ist. Doch die Technologie hat sich seitdem weiterentwickkelt: “Wir sehen immer mehr gut recycelbare Faserverpackungen mit zehn oder 20 Prozent Fremdstoffanteil, die gut abzutrennen sind. Dies wird jedoch von der Gebührenordnung nicht belohnt. Dies entspricht ja auch der langfristigen Vorgabe der PPWR”, sagt Désilets.

Gemäß der Forderung der PPWR hat die Papierindustrie jetzt einen Design for Recycling-Leitfaden herausgegeben, wie Faserverpackungen mit unterschiedlichen Fremdstoffen und Coatings recycelt werden können. Dies stellt einen wichtigen Schritt dar, das Verständnis für die Entwicklung von Faserverpackungen zu schärfen und die Recyclingfähigkeit zu optimieren.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Laminatfolien und Faserqualität?

Im Grunde klingt es logisch: Laminatfolien, die sich im Recyclingprozess gut ablösen lassen, sollten die Faserqualität für die Wiederverwendung nicht beeinträchtigen. Leider ist es aber nicht so. Zum einen kommt es zu Verlusten: Fasern, die an der Folie haften bleiben, gehen für das Recycling verloren. Vice versa können immer auch Restanteile der Fremdstoffe im Faserstoff verbleiben, wie z.B. Kleber, Coatings oder Farben. Heute werden die Folien nicht weiter sortiert und separat recycelt oder wertstofflich verwertet. Sie landen in der Verbrennung für die Energiegewinnung. Nichtsdestotrotz ist der Mythos falsch, dass wenn eine Folie auf einer Faserverpackung auflaminiert ist, die Verpackung nicht im Altpapier recycelt werden kann. Im Zweifel ist das so einfacher, als eine Beschichtung auf wasserlöslicher Basis, die die Fasern verunreinigen, verkleben oder auch im Trocknungsprozess Klumpen bilden kann, die sich wieder an den Maschinen ablagern.

Niemand wird bestreiten, dass gut ablösbare Laminate besser sind als ihre Vorgänger. Aber auch sie schaffen es nicht, Qualitätsverluste zu verhindern. Peter Désilets macht auf die unterschiedlichen Perspektiven aufmerksam: “Ein Fremdstoff ist meistens auch ein Störstoff. Die Frage bleibt, wie gut dieser Störstoff beseitigt werden kann. Am Beispiel eines Klebebands ist es besser, dass ein paar Fasern am Klebeband hängen bleiben und mit dem Klebeband entsorgt werden, als wenn der Kleber an den Fasern verbleibt und eventuell die Fasern später verklebt”.

Welche Herausforderungen sehen Papierhersteller und Converter?

Mehr Störstoffe, geringere Faserausbeute, höhere Aufbereitungskosten: Papierhersteller und Converter beklagen zunehmende Probleme bei den Faserverpackungsströmen. Dafür gibt es vor allem drei Gründe.

👉 Multilayer: Im Markt gibt es immer mehr Multilayer-Verpackungen, etwa Papier-Kunststoff-Verbunde, Lack- oder Barrierebeschichtungen. Das erschwert die Trennung, führt zu höheren Störstoffanteilen und geringeren Mengen an zu gewinnenden Fasern.

👉 Technologie: Einen Engpass gibt es im Bereich der Erkennungs- und Sortiertechnik. Die Infrastruktur hinkt der Entwicklung hinterher, dass viele Verpackungen im Gemischtstrom landen.

👉 Verpackungsdesign: Lightweighting-Papiere haben weniger Fasern pro Quadratmeter, wodurch sich die Recyclingmasse vermindert. Der Trend zu stärkerer Bedruckung macht zusätzliche Deinking-Schritte notwendig, was wiederum zulasten der Faserqualität geht.

Papierhersteller oder auch die INGEDE fordern daher mehrere Gegenmaßnahmen:

👉 Verpackungen müssen verstärkt auf Design for Recycling beruhen.

👉 Minimieren der Zahl nicht notwendiger Verbundlösungen.

👉 Bessere Sortierfähigkeit durch Kennzeichnung und vermehrten Einsatz von KI.

👉 Separate Erfassung hochwertiger Papierverpackungen.

“Die Sortierer der Leichtverpackungen aus dem Gelben Sack beschweren sich seit einer Weile darüber, dass Verbundverpackungen auf Fasermaterial den Recyclingstrom behindern und verunreinigen, die die Outputquote reduzieren. Die generelle Frage muss aber lauten, ob diese - und wir setzen immer eine gute Recycelbarkeit voraus - Faserverpackungen nicht viel besser im Altpapier aufgehoben wären”, meint Peter Désilets.

Denn im ‘Gelben Sack’ gehen sie abgesehen von Getränkekartons mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit verloren. “Daher sollte es auch für Faserverpackungen eine gestaffelte Gebühr geben, die sich an der tatsächlichen Recycelbarkeit orientiert, nicht am Fremdstoffanteil. Und im Rahmen der PPWR sollte auch eine klare Kennzeichnung des entsprechenden Entsorgungsstroms in Deutschland umgesetzt werden”, fordert der Geschäftsführer von Pacoon.

Fokus PPWR: Wir freuen uns auf die SOLPACK 6.0!

Ihr seht: Es gibt bei der Umsetzung der PPWR viel zu diskutieren. Die Richtlinie mag nicht perfekt sein, aber letztlich birgt sie die echte Chance, das Recyceln in der Europäischen Union auf eine deutlich höhere Ebene zu heben.

Wir freuen uns schon auf intensive Diskussionen und spannende Vorträge und Gespräche über die neue EU-Verordnung: auf der SOLPACK 6.0!

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