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Erfolg oder Misserfolg? Zwei Szenarien zur Verpackungsverordnung PPWR

16.12.2025 |   Blog
Verpackungen PPWR

Wir gehen in die letzte Runde: Ab August 2026 sollen die ersten Regelungen der EU-Verpackungsverordnung verbindlich in Geltung treten. Doch es gibt Versuche von mehreren Seiten, die neue EU-Verpackungsverordnung abzuändern oder hinauszuschieben. Was wären die Konsequenzen? Hier sind die beiden Extrem-Szenarien.

Man muss sich in Erinnerung rufen, wie lange die neue Verpackungsverordnung bereits ein Thema ist. Schon 2022 legte die EU-Kommission den Vorschlag für die PPWR vor, die die entsprechende Richtlinie ablösen soll – bis zu ihrem Beschluss gab es also zwei Jahre intensiver Diskussionen und Verhandlungen. Umso erstaunlicher ist, wie intensiv daran gerüttelt wird. „Die PPWR wird aus den unterschiedlichen Branchen immer wieder in Frage gestellt“, konstatiert Pacoon-Geschäftsführer Peter Désilets. „Zuletzt ging es um ein erneutes Öffnen der Verordnung, um einzelne Punkte neu zu verhandeln. Ein anderes Mal sollen Termine verschoben oder Anforderungen angepasst werden. Damit würden jedoch all die Verhinderer und Aussitzer belohnt werden. Und sollte man die PPWR tatsächlich öffnen: Wann würde sie dann eigentlich wieder geschlossen bei den wechselnden Mehrheiten im EU Parlament?“

Beginnen wir also mit dem schlimmsten Szenario.

Worst Case: Die PPWR wird teilweise oder komplett neu verhandelt

Klingt unrealistisch, wurde zuletzt auch von der EU Kommission abgelehnt, wird aber immer wieder ins Spiel gebracht: Sollte die Verpackungsverordnung tatsächlich wieder aufgeschnürt und damit möglicherweise um Jahre hinausgeschoben werden, hätte dies auf mehreren Ebenen ausgesprochen unerfreuliche Konsequenzen.

Konsequenz #1: Das Level Playing Field rückt in weite Ferne

Per se haben sich alle Branchen noch im Jahr 2023 klar zur PPWR bekannt – Brand Owner, Handel, Verpackungshersteller. Neben dem übergeordneten Ziel, die Umweltbelastungen durch Verpackung zu reduzieren, verfolgt die PPWR auch faire, einheitliche Bedingungen für die europäische und außereuropäische Industrie und den Handel. Die Verordnung betrifft ja genauso alle, die Verpackungen oder Transportverpackungen von außerhalb der EU in einem Mitgliedstaat in Verkehr bringen. Entfallen die Regelungen, geht es weiter wie bisher: Asiatische Importeure verkaufen weiterhin ihre Verpackungen zu deutlich günstigeren Preisen, ohne an strengere Vorgaben gebunden zu sein wie Recyclingfähigkeit oder Rezyklateinsatz bzw. Minimierung oder Mehrwegbehälter. Wer bei diesen Preisen nicht mithalten kann, hat auf dem Markt weiterhin schlechte Karten.

Der Wettbewerbsnachteil europäischer Unternehmen würde sich ohne PPWR also weiter verschärfen. Während EU-Hersteller in nachhaltige Verpackungen investieren und dabei höhere Produktionskosten tragen, können außereuropäische Anbieter mit billigeren, umweltschädlicheren Verpackungen konkurrieren. Dies führt zu einer paradoxen Bestrafung der Verantwortungsbewussten: Unternehmen, die bereits heute auf Nachhaltigkeit setzen, werden durch höhere Kosten benachteiligt, während umweltschädliches Verhalten belohnt wird. Eine fehlende übergeordnete Eco Modulation durch Entsorgungsgebühren lässt Tür und Tor offen für schlechte Kreislaufverpackungen. Besonders stark betroffen wären die Kunststoffverpackungen, weil hier ein Großteil heute schon aus Nicht-EU-Ländern importiert wird, als verpackte Produkte oder als Verpackung an sich.

Zudem entstehen versteckte Folgekosten, die letztlich die Allgemeinheit trägt: Die Entsorgung importierter Billigverpackungen, die Umweltschäden durch Mikroplastik und die gesundheitlichen Auswirkungen schlagen sich in öffentlichen Budgets nieder. Ohne einheitliche Standards subventioniert Europa indirekt umweltschädliche Praktiken von Drittstaaten.

Konsequenz #2: Jedes Land behält sein eigenes Verpackungsgesetz

Zu einem gewissen Grad soll die PPWR zu einer rechtlichen Nivellierung in den Mitgliedsstaaten führen. Mit einer gewichtigen Einschränkung: Nationalen Gesetzgebern steht frei, die Regelungen der Verordnung in Eigenregie zu verschärfen. Aktuell gilt Frankreich als progressiver Leader bei ökologisch verträglichen Verpackungen. Die französischen Gesetze befinden sich bereits heute auf der Höhe der PPWR-Anforderungen und übersteigen sie zum Teil. „Aber was passiert, wenn die PPWR nicht in Kraft tritt?“, fragt Peter Désilets. „Definiert Frankreich dann den neuen Mindeststandard für Verpackungen? Oder gönnen sich die Unternehmen dann zwei Verpackungslinien – eine für Frankreich und eine für die anderen Länder? Wohl kaum, das sehen wir heute schon in UK, wo sich die Firmen auf den EU-Markt einstellen. Und wir sehen weltweit schon Gesetze, die der PPWR in gewissem Rahmen folgen.“

Das Problem würde aber über Frankreich hinausgehen: Sollten tatsächlich alle Länder ihre eigenen Vorgaben definieren, bedeutet das in letzter Konsequenz, dass Unternehmen ihre Verpackungen an jedes einzelne Land innerhalb und außerhalb der EU anpassen müssen. Ein absolutes Worst-Case-Szenario für den freien Warenverkehr.

Die Fragmentierung hätte weitreichende wirtschaftliche Folgen. KMU würden überproportional leiden, da sie sich teure Rechtsberatung für jeden Markt oft nicht leisten können und – das sehen wir heute schon – unwissentlich nationale Gesetze verfehlen. Große Konzerne hingegen haben die Ressourcen, um Compliance-Abteilungen für jedes Land aufzubauen – ein klarer Wettbewerbsvorteil durch Regulierungschaos.

Der Binnenmarkt würde faktisch in 27 Einzelmärkte zerfallen. Transaktionskosten würden infolge unterschiedlicher Etikettierungen, Materialanforderungen und Recyclingvorgaben stark steigen. Logistikketten müssten aufgespaltet, Lagerbestände für jeden Markt separat gehalten und Waren unterschiedlich reportet werden. Dies widerspricht fundamental dem europäischen Gedanken der Wirtschaftsintegration.

Konsequenz #3: Unternehmen verlieren Investments und Planungssicherheit

Die Vorbereitung auf die PPWR verlangt den Unternehmen einiges ab. Viele Firmen haben bereits Geld und Manpower in nachhaltige Verpackungslösungen investiert oder planen dies. Aber sie wissen heute zumindest, worauf sie sich vorbereiten können, auch wenn viele noch darauf warten, dass alles geregelt ist. Obwohl die meisten Vorgaben schon feststehen. Nicht das, WAS zu erreichen ist, ist in vielen Fällen noch nicht definiert, sondern das WIE – Berechnung, Methoden, Dokumentation, Belegführung.

Eine Verschiebung oder wesentliche Änderung der Regelung könnte zu strategischen Lähmungseffekten führen: Unternehmen verschieben notwendige Entscheidungen, weil unklar ist, ob sich Investitionen rechnen. Das beobachten wir heute schon, wenn Unternehmen nach fast einem Jahr seit Inkrafttreten der PPWR immer noch überlegen, was die Verordnung für sie bedeutet. „Obwohl wir das mit unserem PPWR Check(c) Webtool schon seit April 2024 einfach identifizieren können, versuchen die Unternehmen monatelang, das Gesetz zu verstehen. Und vergeuden somit Manpower, die sie für die Lösungsfindung dringend benötigen werden”, so Peter Désilets. Dies blockiert wiederum den grünen Wandel der gesamten Verpackungsindustrie. Innovative Start-ups im Bereich nachhaltiger Verpackungen verlieren Finanzierung, weil Investoren das regulatorische Risiko scheuen. Und der First Mover Disadvantagewird zementiert. Berater fordern mehr Aktivität und hängen in der „Warteschleife” – dabei gibt es heute schon zu wenige Verpackungsexperten, die sich damit auskennen. Dieser Engpass wird mit der Zeit noch größer, wenn die Unternehmen ins Doing kommen wollen.

Konsequenz #4: Die EU verliert (weiter) an Glaubwürdigkeit

Wie sehr die Europäische Union und die dahinterstehende Idee unter Beschuss stehen, zeigt sich spätestens in Vorwahlzeiten. Die EU ist das perfekte Ziel, an dem Populisten ihre Unzufriedenheit abladen können. Für die breite Bevölkerung ist die EU-Verpackungsverordnung kaum ein Thema, viele haben noch nie davon gehört. Ein Scheitern würde allerdings medial intensiv begleitet. Und wäre Wasser auf die Mühlen jener, die ohnehin immer schon wussten, dass „die in Brüssel“ nichts zusammenbringen.

Ein Scheitern würde also das Narrativ der „handlungsunfähigen EU“ massiv verstärken. Besonders problematisch: Die EU würde sich selbst ihre Green-Deal-Ambitionen absprechen. Wie glaubwürdig sind Klimaziele, wenn selbst konkrete, ausgearbeitete Maßnahmen nicht umgesetzt werden? Dies würde die Position der EU nicht zuletzt in internationalen Klimaverhandlungen erheblich schwächen, aber einige Parteien sehen in den Klimazielen ohnehin nur ein Problem, keinen Vorteil. Andere Länder sind da schon viel weiter und bauen gerade ihren Vorsprung aus.

Letztlich wäre es ein demokratiepolitisches Problem: Der europäische Gesetzgebungsprozess ist komplex, aber legitim. Jahrelange Verhandlungen zwischen Parlament, Rat und Kommission würden durch Last-Minute-Interventionen einzelner Akteure ausgehebelt. Und könnte Zweifel an der demokratischen Funktionsfähigkeit der EU-Institutionen nähren.

Konsequenz #5: Die Idee der Kreislaufwirtschaft erleidet einen Rückschlag

Die PPWR wird die Welt nicht alleine retten, aber sie nimmt heute schon eine Vorreiterrolle ein. Vergleichbares sieht man auch bei den Anforderungen für Food Contact Material. Alle großen Länder und jeder Kontinent haben schon ihre Anforderungen an FCM und Gesundheitseinflüsse definiert. Doch angesichts des Beitrags der Verpackungsabfälle zu den CO2-Emissionen ist die PPWR ein bedeutsamer Schritt in Richtung Umwelt- und Klimaschutz. Eine Reduktion des CO2-Ausstoßes ist zwar nicht Teil der PPWR, aber sie wird unweigerlich mit den Zielen erreicht durch mehr Mehrweg, angepasste Verpackungen, höhere Recyclingquoten und Rezyklateinsatz (oder Äquivalente wie gegebenenfalls. biobasierte Rohstoffe). 

Jede Verzögerung bedeutet, dass weiterhin große Mengen an Verpackungsabfall produziert werden, die vermeidbar wären. Die EU hat sich ambitionierte Klimaziele gesetzt, ohne rechtzeitige Umsetzung der PPWR wird es aber deutlich schwieriger, diese zu erreichen. Und die Ziele wurden ja bereits durch erfolgreiche Lobbyarbeit bis zur finalen Version abgemildert – und die Lobbyarbeit geht weiter hin zur Aufweichung. Ob das der Verpackungsbranche dient, dazu sollte Konsequenz #1 nochmal gelesen werden.

Eine veränderte Verpackungslandschaft hat aber auch indirekte Wirkung: Konsumentinnen und Konsumenten, die im Alltag Berührung mit nachhaltiger Verpackung haben, werden dadurch immer wieder an die Bedeutung einer echten Kreislaufwirtschaft erinnert. Das soll auch durch einheitliche Labels und Kommunikation erreicht werden, nicht nur in der PPWR, sondern auch in der EmpCo ab September 2026 (Empowering Consumers to the Green Transition), die sich auf die Green Claims konzentriert. Durch die EmpCo werden weniger Nachhaltigkeits-Aussagen auf den Packungen zu finden sein, dafür mehr nachweisbare und relevante.

Die Signalwirkung eines Misserfolgs wäre verheerend. Wenn die EU bei einem vergleichsweise konsensfähigen Thema wie Verpackungen scheitert: Welche Chance haben dann ambitioniertere Kreislaufwirtschafts-Initiativen? Andere Sektoren – Textilien, Elektronik, Bau – beobachten genau, ob die EU ihre Versprechen einhält. Abgesehen davon sind alle Branchen und Produkte heute schon aufgefordert, in den nächsten Jahren ihre Bestandteile in Form von digitalen Produktpässen zu führen und zu dokumentieren.

Peter Désilets: „In anderen Industrien sehen wir, was passiert, wenn Klima-Ziele in Frage gestellt oder ignoriert werden: im Solarenergie-Bereich, in der e-Mobilität, im Bau- und Energiebereich. Die heimische Industrie wird abgehängt oder macht sich auf Jahrzehnte abhängig von anderen Ländern, die Konsumentinnen und Konsumenten zahlen mittel- und langfristig drauf, die Gesundheit wird beeinträchtigt mit entsprechenden Folgekosten für die Gesellschaft und den Staatshaushalt, die Natur wird zerstört. Die Frage ist nicht: Ist der Planet noch zu retten? Die Frage lautet: Kann der Mensch zukünftig noch auf diesem Planeten leben?”

Best Case: Die Verpackungsverordnung tritt EU-weit pünktlich und unverändert in Kraft

So weit, so unerfreulich. Angesichts der Tatsache, dass dieses Szenario durchaus Realität werden kann, lohnt es sich, darauf hinzuweisen, was die PPWR im Best Case auslösen kann.

Konsequenz #1: Die PPWR führt zu einem Innovationsschub bei Verpackungsmaterial

Alternative Materialien gelten oft als zu teuer oder zu riskant. Der regulatorische Druck verändert das. Sobald klar ist, dass bestimmte Kunststoffverpackungen verboten oder stark eingeschränkt werden, können Unternehmen mit einer garantierten Nachfrage für Alternativen rechnen. Zugleich haben F&E-Abteilungen die Rechtfertigung, Budgets für disruptive Lösungen einzusetzen. Schon heute sehen wir neue Lösungen, die ihren Weg in den Markt finden. Und Verpackungshersteller bemühen sich, PPWR-konforme Verpackungen anzubieten. 

Zugleich entsteht eine neue Dynamik im Wettbewerb: Wenn es schwerer wird, den Mitbewerb durch billigen Kunststoff zu unterbieten, wird echte Innovation zu einem lohnenden Differenzierungsmerkmal. Marktanteile gewinnt, wer die funktionalsten, kosteneffizientesten und nachhaltigsten Verpackungslösungen in den Markt bringt. Und wenn sich Unternehmen schon umschauen nach diesen Lösungen, wird es gegebenenfalls. auch den Blick über den eigenen Tellerrand für neue Ansätze abseits der eingetretenen Pfade öffnen.

Konsequenz #2: Der Markt für Recyclingmaterial wird harmonisiert

Der fragmentierte Markt hat einen hohen Preis. Derzeit müssen Unternehmen unterschiedliche Verpackungsvarianten produzieren, separate Konformitätsprüfungen durchlaufen und unterschiedliche Kennzeichnung für Recyclingfähigkeit anbringen. Reibungsverluste, die ein einheitlicher Standard beendet.

Noch wichtiger aber wären die Auswirkungen der neuen Vorschriften auf den Sekundärrohstoff-Markt: Sobald einheitliche Qualitäts- und Nachweiskriterien für Rezyklate bestehen, entsteht schrittweise auch ein echter Binnenmarkt für Sekundärmaterialien. Die Folge sind europaweit stabile Preise. Und die Entwicklung eines potenten Sekundärrohstoff-Pools. Die Kosten für Verpackungen werden tendenziell steigen, weil die Anforderungen und die Gebühren höher und einheitlicher werden, auch durch Eco-Modulation. Länder müssen neue Gebührenmodelle finden, die Nachfrage nach Rezyklaten wird steigen, fossile Virgin-Materialien werden abnehmen und vermutlich im Zuge neuer Modulations-Modelle auch verteuert werden.

Die Standards für Design-for-Recycling wiederum führen zur Harmonisierung der Input-Materialien. Damit können Sortier- und Aufbereitungsanlagen künftig internationale Materialströme verarbeiten. Investitionen in Hochleistungs-Anlagen amortisieren sich somit deutlich schneller. Es ist davon auszugehen, dass in den EU-Mitgliedsstaaten, die noch keine Infrastruktur haben, auch neuere Sortier-Technologien zum Einsatz kommen, die noch feiner trennen können und somit besseres Rezyklat erzeugen. Allerdings beunruhigt das „Recycler-Sterben” gerade in großem Maße die Branche, wenn die Rezyklatlücke ab 2030 noch größer zu werden droht.

Konsequenz #3: First Mover steigern durch Verpackung ihr Markenimage

Wie viele Verbraucher:innen wirklich umweltbewusst agieren (und vor allem bereit sind, dafür mehr zu bezahlen), ist umstritten. Unbestritten ist aber: Sie werden mehr. Unternehmen, die früh auf die Anforderungen der PPWR reagieren, positionieren sich in dieser Gruppe als Nachhaltigkeits-Leader. Und das auch in der virtuellen Welt. Innovative, nachhaltige Verpackungen werden auch in Social Media geteilt und diskutiert. Bis 2030 können die Anstrengungen noch ausgelobt werden, die danach als Standard gelten. 

Zugleich sind nachhaltig verpackte Güter auch ein Kriterium beim Listing: Große Handelsketten müssen zunehmend eigene Nachhaltigkeitsziele erreichen und auch die Konformität der verkauften Verpackungen erklären. Gleichzeitig können die neuen Verpackungen ihre eigenen CO2-Bilanzen verbessern und damit auch Kosten reduzieren. Optimalerweise spiegelt sich das in den Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichten wider und begünstigt Kredite und Investitionen. 

Konsequenz #4: Die Verordnung schafft Planungssicherheit

Regulatorische Unsicherheit ist eines der schlimmsten Hindernisse für Innovation. Die präzisen Übergangsfristen der PPWR sorgen dafür, dass Unternehmen ihre entsprechenden Investitionen vergleichsweise risikoarm planen können. Und sie können darauf vertrauen, dass ihre Lösungen auch compliant sind.

Manche Kategorien wie Transportverpackungen haben hohe Anforderungen an Mehrwegeinsatz. Dies ist im Zusammenhang mit Hygieneanforderungen zu betrachten. Heute schon sind die Reinigungs-Standards in der Transportlogistik ein Feigenblatt, Rückrufaktionen im Lebensmittelbereich resultieren in der Regel aus mangelnder Hygiene der Transportbehälter, nicht der Produktionsanlagen. Peter Désilets macht schon seit 2024 auf dieses vernachlässigte Thema aufmerksam: „Die PPWR wird dafür sorgen, dass neue Reinigungs-Standards, Rückverfolgbarkeit, harmonisierte Verpackungsbehälter und spezielle ethnische Anforderungen wie Halal oder Kosher umgesetzt werden. Dafür haben wir in der ENFIT Supply Chain Safety Organisation eine Arbeitsgruppe 360 Reuse gegründet. Diese soll den Unternehmen entlang der Supply Chain helfen, harmonisierte Packungen und Prozesse zur Erreichung der Produktsicherheit zu definieren.”

Eine dadurch erzielte höhere Planungssicherheit erleichtert auch die Investition und macht den ROI in Form von Kosten und CO2-Ausstoß kalkulierbarer. Der klare Fahrplan der Packaging and Packaging Waste Regulation macht es Banken und Investoren einfacher, die Konformität eines Geschäftsmodells zu bewerten. Und letztlich verhindert ein pünktlich in Kraft tretender Standard auch, dass EU-Mitglieder ihre eigenen Regulierungen einführen. Der Binnenmarkt sagt vernehmlich Danke!

Konsequenz #5: Design-for-Recycling-Standards verbessern Produktion, Logistik und Recyclingquoten

Standardisierte Design-Prinzipien für Verpackungen haben weitreichende Folgen. Wenn alle Hersteller nach denselben Prinzipien arbeiten, entsteht ein Ökosystem kompatibler Komponenten. Verpackungshersteller können auf standardisierte Halbfertigprodukte zurückgreifen, statt maßgeschneidert zu entwickeln.

Das hat Auswirkungen auf Produktion, Logistik und Recycling: Maschinen und Anlagen sind mit einem engeren Spektrum von Spezifikationen konfrontiert, was die Rüstzeiten verkürzt und die Auslastung verbessert. Die Lieferkette profitiert von optimierter Palettierung und Beladung, die Lagerbestände können reduziert werden. Im Recycling macht sich die Standardisierung ebenfalls bemerkbar: Ist das Input-Material vorhersehbar, können die Anlagen höhere Durchsätze bei besserer Qualität erreichen. Insgesamt steigt also der Anteil an recyceltem Material, und die Kosten sinken.

Konsequenz #6: Die Verpackungsströme werden digitalisiert

Die PPWR treibt die digitale Transformation der Verpackungsindustrie. Jede Verpackung erhält eine digitale Identität mit vollständiger Information über Materialzusammensetzung, Herkunft, Recycling-Anleitung und End-of-Life-Optionen. Damit wissen die Sortierer und Recycler besser, was sie da verarbeiten, die Konsument:innen können sehen, wie sie korrekt entsorgen, und die Behörden können die Compliance überwachen.

Die Digitalisierung hat aber noch weitere Vorteile. Die Sortierung kann mit Hilfe neuer Technologien wie Künstlicher Intelligenz, individuellen Packungscodes oder anderen Sortierinformationen optimiert werden. Pfandsysteme und Closed Loops werden durch präzises Tracking optimiert, individuelle Pfandhöhen sind mit jeder Neubefüllung technisch möglich und können schnell an die Gegebenheiten angepasst werden, ohne die hunderte Millionen von Rückstellungen zu beeinträchtigen, wie es in heutigen Poolingsystemen der Fall ist. Unternehmen profitieren beim Reporting von automatisierter Datenerfassung. Und nicht zuletzt ermöglichen die Daten des Digitalen Produktpasses Marktinformationen über europäische Materialströme in Echtzeit.

 „Welches Szenario sich am Ende mehr durchsetzt, das hängt stark von Politik und Lobbyarbeit ab”, sagt Pacoon-Geschäftsführer Peter Désilets. „Die Chancen für die Branche sind mit der PPWR gewachsen, wenn aktiv an Lösungen gearbeitet wird. Kurzfristige Erfolge durch Verhindern können den Schaden langfristig vergrößern. Das ist wie das Behandeln von Symptomen statt der Ursache, was zu höheren Kosten führt. Da die gesamte Industrie hinter der PPWR steht, kann ich Unternehmen nur empfehlen, sich jetzt schon auf die Ziele einzustellen. Denn wer diese Aufgaben gut vorbereitet angeht, ist in seiner Entscheidung freier, als wenn eine Last-Minute-Entscheidung die Investitionen und Folgekosten diktiert.”

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