Das Ziel der EU-Verpackungsverordnung ist klar: Die Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) soll zu deutlicher Reduzierung von Verpackungsabfällen und mehr Wiederverwendung führen – und zu einem deutlich höheren Rezyklatanteil in Kunststoffverpackungen. Diese sollen ab 2030 einen verpflichtenden Mindestanteil an recyceltem Material enthalten, mit steigenden Zielwerten bis 2040.
In der Praxis stehen Unternehmen jedoch vor einem Problem: Qualitativ hochwertiges Rezyklat aus PCR – Post Consumer Recycling ist knapp, teuer und nicht in allen benötigten Qualitäten verfügbar; insbesondere wenn es sich um Food- und kontaktsensitive Verpackungen handelt. Zwischen den gesetzlichen Vorgaben und den realen Möglichkeiten des Marktes genügend Rezyklate zur Verfügung zu stellen klafft also eine deutliche Lücke.
Peter Désilets sagt dazu: „Das sogenannte GAP wird mit ca. 3 MioTo Kunststoff-Rezyklat angegeben, wie verschiedene Studien berechnet haben. Der Rezyklateinsatz ist eine der größten Hürden der PPWR, auch wenn es verschiedene Lösungsoptionen gibt, die aber alle noch vorbereitet werden müssen. Diejenigen, die sich schon mit Reycling und Rezyklateinsatz befasst haben, sehen diese Lücke auch oder lesen darüber in den sozialen Medien."
Doch Vorsicht, um Menge geht es nicht unbedingt, betont Désilets: „Es geht aber nicht nur um die reine Verfügbarkeit, sondern auch um die Herkunft der Rezyklate. Gefordert ist recycelter Kunststoff aus PCR, vielfach werden aber schon Rezyklate aus PIR – Post Industrial Recycling. Das sind schon mal zwei völlig unterschiedliche Qualitäten."
Hinzu kommt ein weiterer Druckfaktor, so Désilets: „Auch andere Produkte müssen gemäß EU Green Deal Rezyklate einsetzen, auch diese werden die Nachfrage weiter verknappen und sind in der Lage, deutlich höhere Preise zu bezahlen."
Kreislaufwirtschaft im Blick: Was die Verpackungsverordnung beim Rezyklat-Einsatz in Verpackungen vorgibt
Für bestimmte Anwendungsfälle – insbesondere kontaktsensitive Kunststoffverpackungen und Getränkeverpackungen – sind bereits konkrete Prozentwerte vorgesehen. So müssen beispielsweise kontaktsensitive Verpackungen aus PET ab 2030 einen Anteil von 30 %, Einweggetränkeflaschen aus Kunststoff von 30 % und Nicht-kontaktsensitive Verpackungen von 35 % recycelten Kunststoff enthalten.
Die Ziele der PPWR lassen sich dabei auf drei Kernpunkte verdichten:
- Mehr Rezyklateinsatz in Kunststoffverpackungen zur Reduktion des Einsatzes fossiler Primärrohstoffe.
- Recyclingfähigkeit als Standard: Bis 2030 sollen laut der neuen Verordnung im Grundsatz alle Verpackungsarten recyclingfähig sein.
- Klare Rahmenbedingungen für Unternehmen, etwa bei Rezyklierbarkeitsklassen und Nachweispflichten für Rezyklatanteile.
Damit entsteht ein hoher Handlungsdruck für alle Unternehmen, die Polymere in Verpackungen nutzen. Insbesondere bei sensiblen Anwendungen wie Lebensmittelverpackungen oder Kosmetikverpackungen.
Die Umsetzung der PPWR und die Realität des Marktes: Knappheit, Preisniveaus und Qualitätsfragen
Den Anforderungen der neuen Verpackungsverordnung PPWR steht eine Marktrealität gegenüber, die von drei zentralen Problemen geprägt ist:
- Begrenzte Verfügbarkeit von hochwertigem Rezyklat
- Deutlich höhere Preise im Vergleich zu Neuware bedingt durch die höhere Nachfrage
- Qualitative Einschränkungen gegenüber Virgin Plastic je nach Anwendung
Für viele Anwendungen, insbesondere im Lebensmittelkontakt, wird hochreines Material benötigt. Rezyklate müssen hier nicht nur regulatorische Anforderungen erfüllen (z. B. Zulassungen für Recyclingverfahren durch die European Food Safety Authority EFSA), sondern auch sensorisch und optisch überzeugen. Genau solche Qualitäten sind jedoch aktuell stark umkämpft.
Wie stellt sich der Recycling-Markt aktuell dar? Für etablierte Ströme wie PET aus Getränkeflaschen gibt es bewährte Recyclingverfahren und signifikante Rezyklatverfügbarkeit. Dennoch bleibt das Angebot hochwertiger Qualitäten begrenzt, weil der Bedarf über viele Branchen hinweg stark steigt.
Für andere Polymere, etwa Polyolefine wie LDPE, HDPE oder PP, befindet sich der Aufbau neuer hochqualitativer Rezyklatströme noch in einer frühen Phase. Bei der EFSA liegen zahlreiche Anträge vor, damit neue Recyclingtechnologien insbesondere für diese Materialien als sicher eingestuft werden. Das schafft Perspektiven, löst die kurzfristige Knappheit aber nicht und erfordert langfristig hohe Investments.
Besonders interessant sind aktuelle Entwicklungen bei Polystyrol (PS): Hier entstehen Verfahren, mit denen hochreines PS-Rezyklat erzeugt werden kann, das bereits in sensiblen Anwendungen getestet und teilweise eingesetzt wird. Dies könnte für z.B. Joghurtbecher eine Renaissance darstellen, wurden die PS-Becher in den letzten Jahren doch gegen andere Materialien ausgetauscht.
Gleichzeitig gilt aber: Preislich liegen viele hochwertige Rezyklate deutlich über Neuware. Unternehmen sehen sich daher beim Recyceln mit einem Spannungsfeld konfrontiert: Einerseits steigen regulatorische Mindestanforderungen, andererseits erhöhen knappe Verfügbarkeiten und hohe Preise das Kostenrisiko über die gesamte Lieferkette. Die aktuellen Lieferkettenengpässe durch den Irankrieg tun da noch ein Übriges. Einerseits ist die Neuware knapp und explodiert im Preis, gleichzeitig erhöhen sich die Energiekosten und beides spiegelt sich in höheren Rezyklatpreisen wieder. Angebot und Nachfrage regeln hier den Markt. Die gleichen Effekt werden auch die Rezyklatanforderungen der PPWR auf den Markt haben.
Technologische Optionen und praktische Umsetzung: Was heute schon möglich ist und was noch Zukunftsmusik bleibt
Um die Lücke zwischen PPWR-Vorgaben und Marktrealität zu schließen, werden verschiedene technologische Ansätze verfolgt. Einige davon sind bereits im Einsatz, andere befinden sich noch im Aufbau oder in der Bewertung.
Peter Désilets über die Optionen: „Verschiedene Optionen werden derzeit ins Feld geführt: Chemisches Recycling, das sehr gute Materialien liefern kann, aber einige andere Nachteile aufweist – nicht zuletzt einen sehr hohen Preis. Lösemittelbasiertes Recycling bietet gute Qualitäten, hat es aber bisher in etwa zehn Jahren noch nicht in eine industrielle Verfügbarkeit geschafft, die die Lücke auch nur annähernd schließen könnte."
Auch das enzymatische Recycling sieht Désilets differenziert: „Enzymatisches Recycling, auch hier werden Monomere als Ausgangsstoff erzielt, die Polymere sind aber erstens limitiert auf PE und PET und zweitens nur in geringen Mengen verfügbar. Viele Nachteile des Chemischen Recyclings werden aber vermieden."
Neben dem Recycling kommen weitere Hebel ins Spiel, meint Désilets: „Eine Möglichkeit in der PPWR bleiben auch biobasierte Rohstoffe als Ersatz von Rezyklaten. Dies bedeutet zwar ein Einsatz von Neuware, die aber als erneuerbar viel bessere CO2-Werte aufweist, technisch den Virgin Plastics gleichwertig ist und preislich aktuell einen eher geringen Aufpreis verlangt. Die Raffinerien müssten aber aufgebaut werden, um die Ressourcen für Bio-Energie in Verpackungen umzulenken. Zu guter Letzt wird noch die Massenbilanz-Zertifizierung diskutiert, die ähnlich wie Ökostrom die Ressourcen flexibel steuern könnte."
Désilets' Empfehlung an die Kunden ist eindeutig: „Wir empfehlen, davon auszugehen, dass die Rezyklateinsatzquoten Bestand haben werden, auch wenn heute von einer Rezyklatlücke und von unrealistischen Quoten die Rede ist."
Auch künftig die Basis: Mechanisches Recycling
Mechanisches Recycling bildet nach wie vor das Rückgrat der Rezyklatversorgung. Für PET-Flaschen ist dieser Ansatz etabliert, mit klaren Qualitätsklassen und weitgehend bekannten regulatorischen Anforderungen. Allerdings steigt die Nachfrage aus vielen Industriesektoren seit 2019 deutlich und somit hat sich der Preis seitdem auch etwa verdoppelt.
Für Polyolefine (LDPE, HDPE, PP) ist die Situation deutlich heterogener: Die Sammel- und Sortierstrukturen sind noch nicht in allen Mitgliedstaaten der EU auf dem notwendigen Niveau. Und zudem weisen mechanisch recycelte Polyolefine häufig Schwankungen in Qualität, Farbe und Geruch auf, was den Einsatz in hochwertigen oder sensiblen Anwendungen einschränkt. Das führt auch zu Unterschieden in der Verwertung der Rezyklate.
Neue, bei der EFSA eingereichte Verfahren zielen genau darauf ab, diese Qualitätslücken zu schließen und mehr Anwendungen mit mechanisch erzeugten Rezyklaten zu erschließen.
Chancen und Fragezeichen: Chemisches Recycling
Chemisches Recycling wird häufig als Lösung für schwer recycelbare Kunststoffströme positioniert. In der Theorie ermöglicht dieser Ansatz, aus gemischten oder verschmutzten Kunststoffen wieder hochwertige Rohstoffe zu gewinnen. Allerdings gibt es hier mehrere kritische Punkte:
- Hohe Kosten: Chemische Recyclinganlagen sind kapitalintensiv; die Prozesskosten liegen oft deutlich über jenen des mechanischen Recyclings.
- CO2-Bilanz: Die Prozesse sind energieintensiv. In der öffentlichen Diskussion wird die Klimabilanz teilweise dadurch relativiert, dass als Referenz eine alternative Verbrennung der Abfälle herangezogen wird. Ob dieses Referenzszenario realistisch ist, wird kontrovers diskutiert, da die benötigten guten Qualitäten in der Regel auch eine gute Nachfrage erfahren.
- Regulatorische Einordnung: Die Anerkennung von chemisch erzeugten Rezyklaten im Rahmen der PPWR, insbesondere bei der Frage der Anrechnung auf Rezyklatquoten und der Nutzung von Massenbilanzansätzen, ist politisch wie fachlich umstritten.
Chemisches Recycling sollte daher derzeit eher als Baustein in spezifischen Stoffströmen verstanden werden, nicht als kurzfristige Lösung für alle Rezyklatquoten.
Nische statt Wachstumstreiber: Lösemittelbasiertes Recycling
Lösemittelbasierte Recyclingverfahren versprechen eine besonders schonende Reinigung von Kunststoffen, indem Störstoffe gezielt abgetrennt werden. In der Praxis hat sich jedoch gezeigt, dass der wirtschaftliche Betrieb solcher Anlagen herausfordernd ist.
Hohe Prozesskosten, begrenzte Verfügbarkeit geeigneter Inputströme und konkurrierende technologische Alternativen haben dazu geführt, dass bereits mehr Werke geschlossen wurden als neue errichtet.
Kurzfristig ist daher nicht zu erwarten, dass lösemittelbasierte Verfahren das Volumenproblem im Rezyklatmarkt lösen.
Funktionale Alternative: Biobasierte Kunststoffe
Eine weitere Option, um den Druck auf knappe Rezyklate zu reduzieren, sind biobasierte Rohstoffe wie Bio-PE, Bio-PET oder Bio-PP. Diese Materialien sind chemisch mit ihren fossilen Pendants identisch und können die Funktionen konventioneller Kunststoffe abdecken.
Biobasierte Kunststoffe können in vielen Fällen Rezyklate substituieren, wenn die PPWR dies regulatorisch zulässt und entsprechende Nachweis- und Zertifizierungssysteme etabliert sind. Preislich sind diese Varianten in einigen Fällen berechenbarer und zum Teil günstiger als hochwertige Rezyklate, insbesondere dort, wo der Rezyklatmarkt sehr angespannt ist.
Die benötigten Rohstoffe sind prinzipiell verfügbar: Sie werden heute vielfach für Bio-Energie genutzt und könnten in Teilen in Richtung Verpackungsanwendungen umgelenkt werden. Eine spätere energetische Nutzung bleibt trotzdem möglich. Ihre nachwachsenden Quellen bieten geringe CO2-Werte, was ein Ziel des EU Green Deals, aber nicht unbedingt in der PPWR verankert ist.
Damit eröffnen biobasierte Kunststoffe nicht nur neue Optionen für die Erfüllung von PPWR-Zielen, sondern auch zusätzliche Perspektiven für den Markt biobasierter Materialien insgesamt. Eine deutlich höhere Nachfrage könnte auch dem ganzen Markt neuen Schwung geben.
Wo die Natur die Technologie stellt: Enzymatisches Recycling
Seit einigen Jahren schon wird das Enzymatische Recycling vorangetrieben. Enzyme zersetzen Polymere und bilden Monomere als Ausgangsstoff für Kunststoffe. Eines der führenden Unternehmen ist das französische Unternehmen Carbios mit Global Playern als Unterstützer und auch mit Börsennotierung in Frankreich. Allerdings fällt die Skalierung schwerer als gehofft und zieht sich seit Jahren hin. Es bleibt daher fraglich, ob aus dieser Technologie die notwendigen Mengen zu erwarten sind.
Modelle in der Schwebe: Massenbilanz-Ansätze und Zertifikate
Ein weiterer Baustein in der Diskussion sind Massenbilanz-Zertifikate. Dabei werden recycelte Rohstoffe in bestehende Produktionsströme eingespeist und bilanziell auf bestimmte Produkte „angerechnet".
Für Unternehmen kann das einen flexiblen Zugang zu Rezyklatanteilen über Zertifikate bedeuten, ohne ausschließlich auf physisch getrennte Rezyklatströme und wechselnde Materialqualitäten angewiesen zu sein. Hinzu kommt die Möglichkeit, Rezyklatmengen, die über die eigenen regulatorischen Anforderungen hinaus eingesetzt werden, marktseitig zu bewerten und zu „verkaufen".
Ob solche Modelle akzeptiert werden, hängt von zwei Aspekten ab: von der Frage, wie klar und transparent die Zertifizierungssysteme ausgestaltet sind und keine Mehrfach-Vermarktung stattfindet, und davon, inwieweit Regulierungsbehörden Massenbilanz-Lösungen überhaupt als gleichwertig zu physischem Rezyklateinsatz anerkennen. In Deutschland erfährt dieses Verfahren wohl Rückendeckung, ob es auch auf europäischer Ebene akzeptiert wird, bleibt abzuwarten.
Packaging and Packaging Waste Regulation: Strategische Konsequenzen für Unternehmen
Unternehmen, die von den PPWR-Vorgaben betroffen sind, stehen damit vor einer zentralen Weichenstellung: Wie lässt sich eine belastbare Rezyklat- und Rohstoffstrategie aufbauen, obwohl der Markt stark in Bewegung ist?
Aus heutiger Sicht zeichnen sich mehrere Grundprinzipien ab, um den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen:
- Nicht auf Lockerungen der Vorgaben spekulieren: Die politischen Signale aus Brüssel zielen klar in Richtung verbindlicher und steigender Rezyklatquoten. Auf eine spätere Abschwächung oder Verschiebung der Quoten zu setzen, ist daher riskant.
- Mehrere technologische Pfade parallel denken: Unternehmen sollten davon ausgehen, dass die benötigten Rezyklatmengen nur durch eine Kombination verschiedener Optionen erreichbar sind, etwa:
- Konsequente Nutzung mechanischer Rezyklate, wo die Qualität passt.
- Schrittweiser Einstieg in neue, EFSA-bewertete Recyclingtechnologien.
- Integration biobasierter Kunststoffe als funktionale Ergänzung.
- Nutzung von Massenbilanz-Modellen, wo diese regulatorisch und reputationsseitig tragfähig sind.
- Gezielter Einsatz chemischen Recyclings in ausgewählten Strömen.
- Verpackungsdesign und Materialwahl frühzeitig anpassen: Design-for-Recycling ist ein zentrales Element der PPWR. Verpackungen, die heute stark auf Verbundmaterialien, ruß-basierte dunkle Farben oder schwer trennbare Komponenten setzen, werden es künftig schwer haben, ausreichend hochwertige Rezyklatströme zu erschließen. Sinnvolle Schritte sind unter anderem:
- Reduktion der Materialvielfalt innerhalb einer Verpackungsfamilie.
- Vermeidung problematischer Additive und Farben.
- Umstellung auf Monomaterial-Lösungen, wo das technisch möglich ist.
- Berücksichtigung künftiger Rezyklatqualitäten bereits in Neuentwicklungen.
- Wechsel hin zu Materialalternativen wie Paperization oder Mehrweg.
- Frühe und langfristige Beschaffungsstrategien: Wer erst kurz vor Inkrafttreten einzelner PPWR-Vorgaben nach Rezyklaten sucht, wird sich voraussichtlich in einem stark umkämpften Markt wiederfinden. Langfristige Lieferverträge, Kooperationen entlang der Wertschöpfungskette und gemeinsame Investitionen in Recyclingkapazitäten können helfen, Versorgungssicherheit und planbare Preise zu erreichen.
- Transparente Kommunikation entlang der Lieferkette: PPWR-konformer Rezyklateinsatz erfordert belastbare Daten und Nachweise. Unternehmen sollten frühzeitig klären,
- welche Nachweise von Lieferanten benötigt werden,
- wie interne Systeme aufgesetzt werden, um Rezyklatanteile auditfest zu dokumentieren,
- und wie mit Kunden über Qualitätsunterschiede, Farbschwankungen oder Preisaufschläge kommuniziert wird.
Die Quoten der Verordnung ernst nehmen
Die Ziele, die im Zuge der PPWR 2026 für den Rezyklateinsatz in Kunststoffverpackungen gesetzt werden, sind ebenso ambitioniert wie verbindlich. Gleichzeitig ist der Markt für hochwertiges Rezyklat heute noch nicht in der Lage, alle künftigen Bedarfe zu decken. Knappheit, hohe Preise und qualitative Einschränkungen sind Realität.
Trotzdem führt kein Weg daran vorbei, sich frühzeitig auf die neuen Rahmenbedingungen einzustellen. Unternehmen dürfen die Mindestquoten nicht als verhandelbare Wunschwerte betrachten, sondern als Planungsgrundlage. Die Annahme, dass Rezyklatvorgaben wieder reduziert oder ausgesetzt werden, birgt erhebliche regulatorische und wirtschaftliche Risiken.
Peter Désilets warnt vor zu langer Wartezeit: „Der Aufbau neuer Rezyklat-Alternativen kann sich über Jahre hinziehen. Auch müssen die neuen Technologien erst die Kapazitäten aufbauen. Dafür haben sie fünf Jahre Zeit, sollten sie als neue Technologie anerkannt werden. Wenn sie das nicht schaffen, endet dieser Weg schnell in einer Sackgasse."
Wo Pacoon ansetzt, beschreibt Désilets abschließend so: „Wir von Pacoon beobachten den Recyling- und Rezyklatemarkt schon seit einigen Jahren und helfen Unternehmen, sich zu orientieren. Oder auch Materialalternativen in Erwägung zu ziehen, die die Rezyklatanforderungen umschiffen könnten. Am Ende des Tages betrachten wir nie ausschließlich das Material, sondern das Verpackungskonzept als Ganzes."
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